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Kurpark

Baumaßnahme Hochwasserüberlauf

Alle Informationen zur Baumaßnahme Hochwasserüberlauf finden Sie auf dieser Seite.

Baumaßnahmen

Rund um das Wiesbadener Kurhaus wird der Kurpark "klimafit" gemacht: Um den vermehrten Starkregenereignissen, die der Klimawandel mit sich bringt, zu begegnen, wird am Kurparkweiher ein Hochwasserüberlauf errichtet. Dies trägt zum Schutz vor Überflutungen bei, wie sie auch das Kurhaus Wiesbaden ereilten. Die Bilder aus dem Jahr 2014 sind noch gut im Kopf, als durch Starkregen verursachte Überflutungen im Kurhaus und der angrenzenden Tiefgarage erhebliche Schäden anrichteten.

Unter anderem aus Naturschutz-Gründen musste das Zeitfenster für die Bauarbeiten zwischen Oktober 2024 und März 2025 gewählt werden, so dass die Arbeiten bis zum Frühjahr abgeschlossen sind. Der Baumaßnahme im Kurpark gingen umfangreiche Vorplanungen voraus, um den Eingriff in den sogenannten Eisberghügel des Kurparks zu minimieren, und die historische und denkmalgeschützte Bausubstanz des Kurhauses, dessen Betrieb während der Baumaßnahme weiterläuft, zu schonen.

Status Quo Bauarbeiten - März 2025

Die Überlaufschwelle und der neue Entlastungskanal unter dem Hauptzugang zum Kurpark sind bereits fertiggestellt. Auch ein tonnenschweres Betonfertigteil, das für den Übergang in den Rambach-Kanal (Verdolung) benötigt wird, liegt vor Ort bereit. Die derzeitigen Baumaßnahmen umfassen den technisch anspruchsvollen Anschluss der Rambach-Verdolung an den neuen Entlastungskanal, der unter dem derzeit abgesperrten Weg zwischen der Kurparkmuschel und dem Eishügel verläuft. Unerwartet hoher Wasserabfluss in der Rambach-Verdolung hat aber den Anschluss an den Entlastungskanal erschwert. Deshalb wird in nächster Zeit ein Teil des Wassers zur Wiederbefüllung des Kurparkweihers umgeleitet. 

Witterungsbedingt kam es zu weiteren geringen Verzögerungen im Projektverlauf, die Baustelle befindet sich jetzt in den letzten Zügen der Baumaßnahmen. Daneben behinderte auch Frost die Bauarbeiten in den ersten Monaten des Jahres. So konnte der Abbau der Natursteine am Steinbruch aufgrund der winterlichen Witterungsbedingungen nicht wie geplant erfolgen – und entsprechend verzögert sich das Anbringen der Natursteinverkleidung an der Überlaufschwelle im Kurparkweiher. Die Grünflächen rund um den Weiher werden im April 2025 wiederhergestellt, um das Gesamtbild des Kurparks und gleichzeitig den Denkmalschutz zu wahren.

Ablassen und Wiederbefüllung des Weihers

Die Baumaßnahme startete im September 2024 mit der Entwässerung des Kurparkweihers. Das Wasser wurde langsam und behutsam abgelassen, damit Wassertiere sich anpassen und zurückziehen konnten, eine Abfischung erfolgte anschließend durch eine Fischzucht. Mit dem Ablassen des Weiher ging zwangsweise eine Abfischung einher. Das Abfischen erfolgte gegen Ende des Wasser-Ablassens.

Zusätzlich wurde der Weiher im Rahmen der bestehenden Möglichkeiten entschlammt. Insgesamt konnten 200 Tonnen Schlamm entfernt werden.

Die Wiederbefüllung des Kurparkweihers aus dem natürlichen Zulauf des Rambachs hat dann Anfang März 2025 begonnen und dauert derzeit noch an. 

Projektförderung durch das Land Hessen

Bürgermeisterin und Umweltdezernentin Christiane Hinninger nahm am Mittwoch, 18. Dezember, im Kurpark von Hessens Umweltminister Ingmar Jung einen Förderbescheid entgegen, der 25 Prozent der rund 1,3 Millionen Euro Baukosten für eine Überlaufschwelle am Kurparkweiher, den sogenannten „Schluckbrunnen“, übernimmt.

„Die Förderung bedeutet uns sehr viel“, bedankte sich Bürgermeisterin Hinninger, „denn sie ist ein wichtiger Baustein im Rahmen unserer Bemühungen, für die Stadt Wiesbaden Überflutungen nach Starkregenereignissen zu verhindern oder wenigstens zu minimieren.“

 „Auch wenn wir Hochwasser nicht gänzlich verhindern können, ist es unser Ziel, die hessischen Städte und Gemeinden bestmöglich zu unterstützen, um Schäden für Mensch, Natur und Infrastruktur so gering wie möglich zu halten“, erklärte Umweltminister Jung bei der Übergabe des Förderbescheids. „Das Projekt ist ein bedeutender Schritt für den Hochwasserschutz rund um das Kurhaus, eines der bedeutendsten Wahrzeichen Wiesbadens im Herzen der Stadt.“

Wie funktioniert der Überlauf?

Am unteren Kurparkweiher (im südwestlichen Bereich des Weihers) wird zur schadlosen Ableitung bei Überflutungen ein Entlastungsbauwerk errichtet. Dieser nimmt größere Mengen an Wasser auf als der bisherige Ablauf.

Dafür wird eine 10 Meter breite Überlaufschwelle eingebaut und mit einem unterirdischen Kanal versehen, der an der Konzertmuschel vorbeiführt. Bei Hochwasser kann so Wasser zusätzlich in den Rambach-Kanal geleitet werden. Von dort fließt es in den historischen Salzbachkanal und wird Richtung Rhein abgeführt, und das, ohne Schaden anzurichten.

Zeichnung Schluckbrunnen

Einschränkungen im Kurpark

Die Baumaßnahme wird voraussichtlich bis Ende April 2025 abgeschlossen sein.

Der Kurparkweiher wird während der Bauzeit nicht rundherum zugänglich sein, die Gäste können jedoch rechts des Kurhauses den Kurpark betreten und zur Konzertmuschel und dem Hintereingang des Kurhauses gelangen. Der Bereich rechts vom Kurparkweiher zwischen Konzertmuschel und Toilettenanlage wird in einem Abschnitt für die Baufahrzeuge und -materialien gesperrt. Der seitliche Eingang von der Sonnenberger Straße, der Parkeingang von der Parkstraße und der Josef-von-Lauff-Straße bleiben geöffnet.

Hochwasserschutz in Wiesbaden

Die Komplexität des Themas Hochwasserschutz macht eine intensive und längere Planungs- und Vorbereitungsphase unerlässlich. Der Schutz vor Hochwasser durch Starkregen im Kurpark ist eine von zahlreichen Maßnahmen, mit denen sich die Landeshauptstadt auf die zunehmenden Herausforderungen des Klimawandels vorbereitet - so erklärt Bürgermeisterin und Umweltdezernentin Christiane Hinninger die Baumaßnahmen. Wiesbadens Bäche führen bei starkem Regen sehr schnell sehr viel Wasser, und damit steigt die Hochwassergefahr. 

Wie die Erfahrung der Vergangenheit gezeigt habe, sei der Rambach, der aus einem schmalen Tal fließt, besonders gefährdet. Zur Sicherstellung des Hochwasserschutzes werden parallel zum Bau des Hochwasserüberlaufs im Kurpark ein Hochwasser-Rückhaltebecken "Im langen Garten" in Rambach sowie strömungslenkende Maßnahmen am Goldsteinbach geplant. 

Wer ist für das Projekt verantwortlich?

Die Baumaßnahme wurde vom Magistrat und vom Stadtparlament der Landeshauptstadt beschlossen.

Bauherr ist der Magistrat der Landeshauptstadt Wiesbaden. Die Projektleitung obliegt dem Umweltamt in Kooperation mit dem Kurparkmanagement der TriWiCon, Eigenbetrieb der Landeshauptstadt Wiesbaden.

Porträtfoto Stefanie Stüber mit Kurzhaarfrisur und Pony, die eine klassische schwarze Brille, schlichte Ohrringe und Kette trägt.

Stefanie StüberKurparkmanagement

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